Barbaren

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Andreas

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Barbaren

Beitrag von Andreas » Mi 6. Mär 2019, 16:50

Ich finde mich plötzlich in einer fremden Welt wieder. Die Landschaft wirkt recht einladend es gibt grünes Gras, Bäume und auch Bäche. Ich laufe ein bisschen durch die Landschaft um sie zu erkunden. Plötzlich erblicke ich Barbaren, die mit Äxten und Keulen bewaffnet sind und jeden den sie begegnen einfach abschlachten. Da ich selbst unbewaffnet bin fliehe ich vor ihnen und finde auch nach einiger Zeit einen Zufluchtsort. Dabei handelt es sich um eine Art Haus bestehend aus nur einem Raum, indem man nur durch genau eine Tür gelangen kann. In diesem lebt eine Gesellschaft von friedlichen Menschen, die mich aufnehmen. Die Verhaltensweißen und Gepflogenheiten der Bewohner erscheinen mir aber ziemlich seltsam, gar absurd. Ich merke schnell das ich mit Niemanden hier in Hinblick auf Weltsicht und Lebenseinstellung auf einen gemeinsamen Nenner kommen kann, da ich über eine vollkommen andere Denkweiße als alle Anderen verfüge. Diese Gesellschaft versucht sich vor den Barbaren zu schützen und bewacht den Eingang ins Haus. Allerdings ist mir offensichtlich, dass dies ihnen nicht gelingen wird, da die Verteidigung lächerlich schwach wirkt. So ist Tür nur zur Hälfte vorhanden( die untere Hälfte ist da, aber die obere Hälfte fehlt). Dahinter stehen zwei Männer mit Hellebarden. Mir wird klar das ich hier nicht wirklich sicher bin, aber wo sollte ich sonst hin?
Im weiteren Verlauf gerate ich mit den Bewohnern zu zunehmend in Konflikt, da ich eigene Meinungen vertrete und sie auf ihre sinnlosen Verhaltensweißen, sowie ihre mangelnde Verteidigung aufmerksam mache. Die Konsequenz ist, dass ich mich auf einer Anklagebank wiederfinde, mir wird also ein Gerichtsprozess gemacht. Der Richter labert dabei nur hirnlosen Mist und argumentiert mit absurden Logiken.( was genau er gesagt weiß ich nicht mehr) Ich versuche mich zu Verteidigen und lege meine Sichtweißen über die Mechanismen des Universums und die Bedeutung des Menschseins mit klar logischen Argumenten und Schlussfolgerungen dar, doch niemand scheint zu verstehen was meine. Mir wird langsam klar, dass ich mich in einer Art primitiven, schlecht programmierten, verpixelten Computerspiel befinde. Diese Realität kann einfach nicht viel an Interessanten Dingen, Komplexen Sachverhalten, Erhabenen Momenten, und Intensiven Gefühlen bieten, da sie vom Programmierer bewusst einfach gestaltet ist. So ist diese Realität nur dreidimensional, während es noch viel mehr Dimensionen und viel komplexere Naturgesetze gibt. Ich kann dieser Existenz fast nichts abgewinnen und überhaupt keinen Sinn sehen, finde, dass mir das wahre Leben vorenthalten wird. Letztendlich erkenne ich sogar in welchem Programm ich mich befinde: Die Siedler 4-Scherzedition. Der Programmierer hat sich einen Spaß daraus gemacht in das Spiel vollkommen absurde, irrationale Elemente einzubauen, die in ihren Erscheinen keiner logischen Kausalität folgen. (Die Siedler 4 ist ein Strategiespiel für den Computer, dass ich während meiner Kindheit, trotz seines schon für die damalige Zeit simplen Spielprinzips und seiner altertümlichen Grafik häufig und gern gespielt habe)

Ein anderer Traum von mir hat eine ähnliche Thematik:

Ich befinde mich in einem Kloster oder Landgut, genau weiß ich das nicht. In diesen Gebäudekomplex ist das Oberhaupt eine heuchlerische, verlogene, zwieträchtige Autoritätsperson, die ihre engstirnigen Ansichten über das Leben und Moral den Untergebenen einimpft. In ihrem Erscheinen gleicht die Person einer Mischung aus katholischen Priester, sklavenhaltenden Großgrundbesitzer und Sektenguru. Alle ihre Ansichten erscheinen mir völlig unsinnig. Innerhalb dieses Gemäuers muss ich keinen Hunger leiden, im Grunde fehlt es mir an Nichts, doch muss ich mir diese Sicherheit mit unterwürfigen Verhalten erkaufen. Ich langweile mich und kann keinen Sinn in meiner Existenz sehen. Ich muss kein Leid ertragen, doch ich bin unzufrieden mit meinen abgeflachten Emotionen. Ich merke, dass dies nicht das ganze Leben sein kann und mir die höchsten Glücksgefühle vorenthalten werden. Ich beginne mich zu fragen was für eine Welt sich wohl außerhalb dieses Gemäuers befindet und welche Abenteuer und Verheißungen dort auf mich warten. Plötzlich offenbart sich mir eine Vision, die mir zeigt was dort Draußen vor sich geht: Die Welt außerhalb des Klosters/Bauernhofs wird von anarchistischen, rücksichtslosen Barbaren bevölkert, deren einzige Moralische Maxime das Recht des Stärkeren ist. Mit absoluter Brutalität nimmt man sich einfach das was man haben will. Ich erkenne das dies die Urform allen Lebens ist und man nur in dieser wilden, sogleich schönen wie schrecklichen Welt die volle Bandbreite der Menschlichen Gefühle in ihrer maximalen Intensität fühlen kann. Leid und Glück, Vergehen und Entstehen, Verlust und Gewinn sind untrennbar miteinander verbunden und bilden einen Dualismus so wie etwa Jing und Jang. Dabei ist Summe allen Leidens stehts indentisch mit der Summe allen Glücks. Es gibt also kein objektives, definitives Ja zum Leben, sondern die subjektive Sicht hängt stehts von den Fertigkeiten und Lebensumständen eines einzelnen Individuums ab. Jegliche Zivilisation hat stets das Bestreben die positiven wie negativen Leidenschaften der Menschen in ihrer Ausprägung zu stutzen. Es werden also extreme Emotionsausschläge in beide Richtungen abgemildert und somit die Möglichkeit der Erfahrung der Höchsten Höhen des Eros unmöglich gemacht. Da alles im Universum ein Nullsummenspiel ist gibt es jedoch kein Richtig und kein Falsch in Bezug auf Wildheit und Zivilisation. Jedes Individuum muss sich einen eigenen Existenzentwurf zurecht zimmern.
Ich bekomme Lust auf die Verheißungen, die mir die Außenwelt bietet, doch im selben Moment wird mir klar, dass man diese Lebenslust nur erlangen kann, wenn man sich den erbarmungslosen, brutalen Existenzkampf mit den gesetzlosen barbarischen Banditen stellt. Ich sehe wie sich diese um ein Lagerfeuer versammelt dem Pokerspielen widmen. Der Sieger erhält die gesamte Beute, bestehend aus Frauen, Schmuck und Lebensmitteln, während die Verlierer abgeschlachtet werden. Ich beginne zu realisieren, dass ich es mit diesen grimmigen, muskulösen, gerissenen Männern nicht aufnehmen kann. Aufgrund meiner mangelnden Stärke bin ich diesem Kampf nicht gewachsen und gehe davon aus, dass ich bei einer Konfrontation derjenige währe der am Ende mit aufgeschlitzter Kehle am Boden liegt. Die Außenwelt jagt mir infolge dessen große Furcht ein und ich beschließe im Gutshof zu bleiben. Die Autoritätsperson kommt in diesen Moment in den Schlafsaal in welchem ich mich mit den anderen Untergebenen befinde und sagt dass es nun Zeit zum Schlafen sei. Ich gehorche und lege mich auf meine Matratze, decke mich zu und beginne wieder leblos vor mich hin zu dösen.
Plötzlich habe ich eine hellseherische Vision: In wenigen Minuten werden die Barbaren den Gutshof überfallen und ein schreckliches Blutbad anrichten, sie werden niemanden am Leben lassen und im knöcheltiefen Blut waten. Ich beginne dabei zu realisieren, dass das Leben im Gutshof keine Alternative für mich ist, da einen irgendwann unvermeidlich das Chaos einholt, jedwede Sicherheit ist nur eine Illusion. Ich muss also schnellstmöglich aus dem Kloster/Gutshof fliehen, bevor die Barbaren eintreffen und mich dann ihnen anschließen, auch wenn ich meine Überlebenschancen in Ihrer Lebenswelt als eher gering einschätze. Mir wird damit klar dass ich mutig sein muss und den Sprung ins Feuer wagen muss. Es ist unsinnig im Leben irgendwelche Kompromisse zu machen, ich muss immer in die Vollen gehen und die größtmögliche Entfaltung meines Eros anstreben, auch wenn dabei eine erhöhte Gefahr der Auslöschung meiner Existenz liegt.
Alles oder Nichts lautet meine Devise!
Hallo, dein Traum gehört ja zu jenen Träumen, wo man die Deutung gleich mit-träumt. Insofern müsstest du dir nur noch überlegen welchen Bereich deines Lebens das betrifft, wo du solche (aus Sicht deiner Seele) furchtbaren Kompromisse eingehst, um dich den Barbaren, also auch deiner urmännlichen Kraft nicht stellen zu müssen ? Welcher Bereich deines Lebens ist es wo du das heuchlerische und verlogene erduldest um dich halbwegs sicher zu fühlen ? und du dich aber eben doch nicht sicher fühlst ? Vielleicht ist es dir gar nicht so sehr bewusst, aber anhand des Traumes siehst du, dass dein Unterbewusstsein ein heftiges Problem damit hat. Es sucht einen Ausweg, findet aber keinen guten Ausweg* - und genau an dieser Stelle kannst/solltest du nun ansetzen um dein Unterbewusstsein zu unterstützen:

Nämlich indem du durch die Veränderung dieser innerlich in dir ja vorhandenen Bilder eine neue innere Welt in dir erschaffst, in der dir zb diese Barbaren nicht mehr bedrohlich sind.
In der du mit ihnen gut umgehen kannst.
In der sich zb diese Barbaren wandeln zu friedlichen aufgeschlossenen Menschen usw - da sind dir in deiner Vorstellung ja keine Grenzen gesetzt, weil du kannst alles, einen jeden Gedanken in dir verändern.
Aber dies musst du bewusst tun, weil dein Unterbewusstsein glaubt nicht dass diese Barbaren plötzlich friedlich werden.. also das ist schon eine größere Arbeit. Aber natürlich ist das Wichtig, denn solange diese innere Gemütsspannungen die durch den Traum ausgedrückt werden vorherrschen wird dir dies viel Energie rauben.

Auf noch einen Aspekt möchte ich eingehen: Du (dein Unterbewusstsein) glaubt ja du seist den Barbaren nicht gewachsen und sie würden dich aufschlitzen/töten usw - das deutet darauf hin, dass du in einer Angelegenheit deines Lebens zumindest einen Teil deines Egos sterben lassen musst um weiter zu kommen. (Auch der größte Mörder kann nur deinen Körper (Symbol für Ego) töten, nicht den unsterblichen Teil.)
Oder anders ausgedrückt: Sobald du deine Angst vor dem Egoverlust (was oder inwiefern das auch immer ist) verlierst, verschwindet auch die Angst vor den Barbaren.

lg von Andreas

*Die im Traum gefundene Lösung, die größtmögliche Entfaltung usw verbleibt ja weiterhin in der unfriedlichen Umgebung.

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